Happy Birthday! - 1 Jahr JCF Leipzig

Vor einem Jahr wurde an der Universität Leipzig ein Jungchemikerforum gegründet, das mittlerweile aktiv das Veranstaltungs- und Informationsangebot für Student*innen, Diplomand*innen und Doktorand*innen an der Fakultät mitgestaltet. Im Sommersemester 1998 war die Hauptaufgabe des JCF, möglichst viele Mitglieder der Fakultät auf sich aufmerksam zu machen und sich als „feste Einrichtung“ zu etablieren. Deshalb erläuterte das Sprecher-Team bei Veranstaltungen und Vorlesungen die Aufgaben und Möglichkeiten eines JCF und warb mit Plakaten und E-Mails für seine Tätigkeit. Außerdem wurde eine „Kaffeerunde“ eingeführt, bei der alle Interessierten zwanglos diskutieren konnten. Hierbei wurden die Pläne zur Studienreform ebenso diskutiert wie viele andere Themen rund um die GDCh, das Studium und den Berufseinstieg.

Sowohl an einer Diskussion mit zwei Berufseinsteigerinnen aus der chemischen Industrie als auch am Seminar „Rund um die Bewerbung“ im Arbeitsamt nahmen erfreulich viele Interessenten teil. In den „Kaffeerunden“ äußerten einige Teilnehmer*innen Ideen und Wünsche zu Veranstaltungen, die das JCF im gerade vergangenen Wintersemester aufgegriffen hat: Mit dem Vortrag „Ozone in the atmosphere“ und einer anschließenden Diskussion in Englisch wurde eine Reihe von Veranstaltungen eröffnet, bei der der Umgang mit der englischen Sprache zwanglos geübt werden kann. Mit dem australischen Gastwissenschaftler Dr. Peter Junk von der JCU Townsville (Queensland) konnten dann weitere Vorträge und Diskussionen in Englisch stattfinden. Hierbei lernten die Teilnehmer*innen nicht nur Interessantes über den australischen Kontinent, sondern auch über das Chemiestudium, die Berufsperspektiven von Chemiker*innen und die Möglichkeiten zu Studien- und Post-Doc-Aufenthalten in „Down Under“.

Für alle diejenigen, die es trotz der faszinierenden Bilder vom Great-Barrier-Reef und der Sonne in Queensland doch in Deutschland hielt, hatte das JCF Veranstaltungen zum Berufseinstieg organisiert: Im November wurde in Zusammenarbeit mit dem Hochschulteam des Arbeitsamtes ein „Forum Beruf“ veranstaltet, bei dem Vertreter des Arbeitsamtes, des Regierungspräsidiums, der chemischen Industrie und einer Entwicklungsgesellschaft für den Leipziger Südraum Rede und Antwort standen. In den Vorträgen wurde die Entwicklung der Industrie in und um Leipzig in den letzten Jahren dargestellt und ein Blick in die mögliche Zukunft des Leipziger Südraums geworfen. Besonderes Interesse fand der Vortrag von Herrn Zell von der Buna Sow Leuna Olefinverbund GmbH (BSL) aus Schkopau bei Merseburg, der die Umstrukturierungen in der chemischen Großindustrie im „Chemiedreieck“ um Leipzig seit der Wiedervereinigung darstellte und einen Überblick über die Aktivitäten der BSL gab. Zur BSL nach Schkopau führte auch die erste Exkursion des JCF Leipzig im Februar dieses Jahres. Nach einer Einführung konnten die Teilnehmer*innen auf der Werksrundfahrt die Dimensionen des Produktionsstandorts und das Nebeneinander von (noch) existierenden alten Gebäuden und neuen High-Tech-Anlagen bestaunen. Im Gespräch mit dem Leiter der F&E-Abteilung und beim Rundgang durch Forschungslabors erhielt man einen Einblick in die verschiedenen Tätigkeitsfelder von Chemikern bei der BSL. Positiv bleibt auch zu vermerken, dass die BSL in diesem Jahr wieder einige junge Chemiker*innen einstellen wird.

Die Voraussetzungen für jeden Berufseinstieg sind eine erfolgreiche Bewerbung und ein gut vorbereitetes Vorstellungsgespräch. Genau dieses wurde auf dem Bewerberseminar des JCF in Zusammenarbeit mit dem Finanzdienstleister MLP im Januar geübt. Die Teilnehmer*innen erhielten viele nützliche Informationen über die Auswertung von Stellenanzeigen, die telefonische Kontaktaufnahme mit dem potentiellen Arbeitgeber, Initiativbewerbungen, die Bewerbungsmappe und das Bewerbungsgespräch.

Im kommenden Semester plant das JCF Leipzig neue Berufsforen mit Hochschulabsolventen und Vertretern von potentiellen Arbeitgebern für Chemiker*innen. Aber auch die regelmäßigen Treffen, eine Exkursion, die englische Vortragsreihe und andere Informationsveranstaltungen werden wieder stattfinden. Das Sprecher-Team hofft, dass zahlreiche Interessenten an den Veranstaltungen teilnehmen und helfen, diese durchzuführen. Alles in allem hat die GDCh mit den Jungchemikerforen unserer Meinung nach eine wichtige Möglichkeit für die jüngeren Mitglieder geschaffen, Erfahrungen auszutauschen, ihre Interessen wahrzunehmen und durch Eigeninitiative das Veranstaltungsangebot an der Universität aktiv mitzugestalten.